In Aktien von Flugzeugherstellern investieren

Geld verdienen mit Tourismus
Kann man überhaupt noch mit und im Tourismus Geld verdienen? Wir sehen und das an.

In diesem Artikel befassen wir uns mit der Frage, wie es um Aktien der namhaftesten Flugzeugherstellern im Corona Jahr 2020 bestellt ist und welche Entwicklungen zu erwarten sind. Um den touristischen Hintergrund dieser Frage zu wahren, konzentrieren wir uns auch auf Produkte, die vorrangig in der zivilen Luftfahrt zum Einsatz kommen. Lockheed Martin (WKN: 894648) zum Beispiel ist ein großer Player im Luftfahrtgeschäft, allerdings im Bereich Wehrtechnik und wird daher unten nicht weiter besprochen.

Die Flugbranche liegt am Boden

Cargo hat Priorität, Flieger werden umgerüstet, sodass die verbleibenden Fluggäste nur noch dort hingelangen, wo ernstzunehmender Cargoverkehr zu erwarten ist. Geräte werden eingemottet und in den trockensten Wüsten der Welt abgestellt. Wie sollen sich da neue Produkte verkaufen, zumal die Qualität mancher Geräte (737MAX) nicht vom Prädikat „High End“ gekrönt war?

Indem der Markt zwangsläufig wachsen wird. Die Verluste sind derzeit enorm, da wohl kaum eine Fluglinie über Kapazitätsenpässe klagt. Die fetten Jahre werden jedoch wieder kommen und zwar gewaltig. Nachdem insbesondere im asiatischen Raum stark in Infrastruktur investiert wurde, stehen Anschaffungen neuer Transportmittel an. Die Bestellungen wurden nicht aus den Auftragsbüchern von Boeing und Airbus gelöscht, sondern nur verschoben. Dass die Unternehmen den Upswing auch noch erleben, dafür sorgen staatliche Spritzen – siehe Beispiel Lufthansa, wo mittlerweile der Staat mit 20% Großaktionär ist.

Im commercial market outlook 2039 prognostiziert Boeing bspw. bis dahin Neuanschaffungen von ca. 43.000 neuen Flugzeugen. Nur ein Bruchteil wird für replacements genutzt. Der Rest fließt in Flottenaufstockungen. In den kommenden 10 Jahren schreibt man gar von 18.350 neuen kommerziellen Geräten.  Das größte Wachstum wird in Südostasien verzeichnet. Generell sind die Emerging Markets im Begriff sehr schnell an Standard aufzuholen. Im Jahr 2025 (Schätzung vor Corona) sollte die Zahl der Fluggäste aus Schwellenländern, jene aus Industrienationen eingeholt haben. Einen weiteren Hinweis auf diesen Nachfragepush bietet die IATA 20-year Air Passenger Forecast, die bereits das Coronajahr 2020 einpreist und von einer mehr als Verdoppelung an Fluggästen bis 2039 ausgeht.

Abgesehen von weiteren kleinen Anbietern werden sich aus heutiger Sicht lediglich Boeing und Airbus den Kuchen teilen. Da lohnt es sich, einen Blick auf die Abschlüsse und Kurse zu richten. Und wenn man schon dabei ist, in die Tiefe zu gehen, dann sollte man sich auch etwas mit Zulieferern auseinandersetzen, die eine hohe Abhängigkeit zu den Flugzeugbauern aufweisen. Allen voran der Triebwerkshersteller Rolls Royce.



Fluglinien

Corona befeuerte den Akt der Konsolidierung am Fluglinienmarkt. Schon im touristischen Umsatz-Rekordjahr 2019 verschwanden weltweit 23 Fluglinien vom Radar. 2020 setzte sich das Drama fort. Schon einen halben Monat nach der Abschottung Europas wuchs die Insolvenz Liste dramatisch. Der schonungslose Preiskampf der letzten Jahre hinterließ Spuren, oder eben keine. Das Geschäftsmodell vieler Fluglinien sah keinen längeren Zeitraum am Boden vor, sodass ein Grounding der gesamten Flotte das Aus des Unternehmens in nur wenigen Wochen bedeutete.

Besonderes Low Cost Carrier traf die Keule frontal, jedoch nur jene, die schon von Anbeginn hart am Wind gesegelt sind. Ryanair (WKN: A1401Z) – die europäischen Erfinder des Sparfliegens behaupteten, bis zu zwei Jahre ohne externe Hilfen auskommen zu können. Wizz Air (WKN: A14NPS) hätte sogar ein Pouvoir von 144 Wochen, in denen sie von Rücklagen leben könnte. Ein vorangegangener Sparplan für eine großangelegte Expansion half in diesem Fall. Diese Infos kamen just, als Lufthansa Mitte Mai verkündete noch 6 Wochen ohne Hilfsmittel auszukommen, wenn sie weiterhin 1Mio Euro stündlich verbrennen müsse. Mit der Ankündigung eines baldigen Impfstoffes bewahrheitete sich das Gewinnpotenzial der Sparmeister. Sowhol Wizz als auch Ryanair stiegen über ihre 2020er Pre-Corona Kurswerte Anfang März hinaus.