Behaupte nie, die Falkland Inseln wären Britisch!

Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien - (c) Planätive
Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien - (c) Planätive

Folgende Sätze sollte man in Buenos Aires tunlichst vermeiden:

„Pelé war ein besserer Kicker als Diego Maradona.“

Selbstredend, dass sich bei der Beleidigung der „mano de dios“  jene des argentinischen Gegenübers zur Faust ballt und für einen mehrtägig blauen Lidschatten sorgt.

Nicht weniger glimpflich und wohl eher mit zwei gebrochenen Kniescheiben endet ein geschichtlicher Diskurs mit der Behauptung;

„Die Falkland Inseln (Islas Malvinas) stehen unter der britischen Krone!“

Vergesst was ihr je gelernt, gehört oder falls alt genug, in den 1980ern den Medien entnommen habt. In den Geschichtsbüchern steht, dass es die Engländer waren, welche im ausgehenden 15. Jahrhundert im Südatlantik herum schipperten und auf die kleine Inselgruppe stießen. Immer wieder kamen die Briten auf Tee und Buttergebäck vorbei und auch die Franzosen etablierten auf der Ostinsel ein kleines gallisches Dorf. Erst Mitte des 18. Jhdt wälzten die Spanier die Geschichtsbücher und stießen auf den päpstlichen Erlass von 1493, der den Atlantik und Südamerika zwischen Spanien und Portugal aufteilt. Folgedessen beansprucht Spanien Falkland, ohne je dort gewesen zu sein. Die gottesfürchtigen Franzosen verkaufen infolge dieses Protestes ihre Kolonie an Spanien, welche die Inseln in Les Malvinas umbenennen; die Engländer pfeifen hingegen auf päpstliche Weisheiten, ihr heiliger Chef ist die Queen. 1820 wird Argentinien unabhängig, ein weiteres Land tritt so in den Interessenskonflikt und die USA entsendet als Weltpolizei ein paar Kriegsschiffe. Die Gauchos zündeln absofort fest mit und finden ihren Brandmeister in General Galtieri, der im März 1982 das britische Südgeorgien besetzt. Schon Tage später krachts auf Falkland! England schießt zurück und 2 Monate später kapituliert Argentinien. Und das alles für den Lebensraum von 2.500 Einwohner, oder wars doch wegen dem Öl?

Viele Argentinier haben den Juni 82 verschlafen und beanspruchen die Malvinas plakativ auf Fahnen und Transparenten noch heute. Auch das Malvinas Monument in Buenos Aires wird hoch offiziell bewacht und in allen Ehren gehalten. Ein solch wichtiges Denkmal muss besucht werden.

Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien - (c) Planätive
Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien – (c) Planätive
Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien - (c) Planätive
Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien – (c) Planätive

Die Avenida del Libertador mit dem British Clock Tower und dem Islas Malvinas-Falkland Islands War Memorial, liegt zwar nicht auf den Hauptrouten der Touristen, ist aber dennoch nicht schwer zu erreichen. Unweit vom Bahnhof Retiro gelegen, kann man seinen Tag mit einer lockeren Ubahnfahrt beginnen und sich in die viktorianische Nachbarschaft begeben. Wer sich nun eine Latino Version der Downing St. erhofft, wird leider enttäuscht. Eher der Empfang unzähliger Obdachloser in Pappbehausung ist der Fall. Sie warten auf Ihren Termin bei der einzigen Stelle der Einwanderungsbehörde nebenan. Kamera also zunächst einstecken, sonst findet das Elektrogerät seine neue Behausung unterm Wellblech. Kreuzt man die Straße, ist man Victoria schon näher und kann sich einen Überblick per Auffahrt auf den Clock Tower verschaffen.

Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien - (c) Planätive
Bahnhof Retiro in Buenos Aires, Argentinien – (c) Planätive
Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien - (c) Planätive
Der victorianische Clocktower am Malvinas Memorial in Buenos Aires, Argentinien – (c) Planätive

Der Park südlich des Turms beherbergt das Malvinas Monument. Streng behütet von 2 Wächtern aber gratis zugänglich lassen sich sämtliche Namen der Falkland Opfer ablesen. Folgt man dem Park weiter nach Süden endet man in der Av. Florida. einer der Shoppingmeilen…mit Fanartikeln für Falkland Fans.

Unsere Kniescheiben sind heil geblieben. Vielleicht weil wir von nun an bevorzugen, den schlangestehenden domesdizierten Briten zu beleidigen als es uns mit Rinder ringenden Steakbratern zu verscherzen.

1 KOMMENTAR

  1. Hey! Cooler Artikel, das mit Pelé und Maradona wusste ich zwar, aber das mit den Falkland Inseln ist mir neu…gut zu wissen 😉 Besten Dank und Grüße aus Schenna!

    • Ja danke, freut moch, wenn dir der artikel gefällt und dich beim nächsten Argentinien Besuch vor einem blauen Auge bewahrt!

  2. Dito. Mir geht’s genauso wie Malte. Das mit Maradona und Pelé ist mir nicht neu, das mit den Falkland Inseln aber sehr wohl. Geiler Artikel, vielen Dank dafür!

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