3 geheime Gratis Sehenswürdigkeiten mitten in Rom, Italien

Rom gilt als das Bollwerk europäischen Erbes und historischer Kultur. Kaum ein Platz, ein Gebäude, eine Ecke, die keine bewegte Geschichte zu erzählen hat. Rom Reiseführer sind geballt mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Doch es gibt sie noch, die versteckten und geheimnisvollen Orte. Jene, die zwar inmitten der pulisierenden Stadt gelegen sind, jedoch entweder von anderen überschattet werden oder einfach übersehen werden. Wir haben vier unserer geheimen Lieblingsorte zusammengetragen und unten für euch angeführt.

Solltet ihr dafür einen Stadtplan benötigen, den ihr euch am besten gleich ausdrucken und die Orte darauf markieren könnt, dann holt euch einfach unseren druckbaren Gratis Stadtplan zum Downloaden.

1. Basilica San Clemente

Dieser faszinierende Ort gilt als einer der meist übersehenen. Diese heutige Kirche birgt eine immense Geschichte aus verschiedensten Epochen auf kleinstem Raum. Das einstige Wohnhaus aus dem 2. Jahrhundert wurde auf den Ruinen eines anderen Gebäudes, welches dem großen Brand Roms um 64 n.Ch. zum Opfer fiel, gebaut. Daraus entstand eine der ersten Kirchen, welche immer und immer wieder restauriert wurde. Neben mittelalterlichen Artefakten findet man Masolino Frescos aus der Renaissance. Eine Zeitreise also auf kleinstem Raum. Wenn es ganz leise in der Kirche ist, lässt sich das Geplätscher eines antiken Abwasserkanals zum Tiber hören. Folgt diesen Geräuschen, denn die unteren Geschoße der Kirche sind ebenso zugänglich.

Die Basilica findet ihr nur unweit vom Kolosseum in der Via Labicana 95. Details hier auf der Website der Kirche



2. San Carlo alle Quattro Fontane

Ein Kleinod in der ewigen Pracht Roms. San Carlo (oder aufgrund der Göße „San Carlino“) wurde im 17. Jahhundert als Erstlingswerk vom Architekten Francesco Borromini entworfen, augrund seines Selbstmordes jedoch nicht von ihm fertiggestellt. Borromini war bei dem Bau mit kleinstem unebenem Gelände und äußerst wenig Budget konfronitert. Der Bettelorden der spanischen Trinitarier war sein Auftraggeber. Dennoch zauberte Borromini ein Kunstwerk, das für seine Zeit als absolutes Novum galt. Keine geraden Linien nd Kanten wollte er gestalten, Stattdessen sollte alles im Fluss sein und Balustraden, Aufgänge, Emporen erhielten geschwungene Linien. Das Bauwerk sollte später die Baukunst des römsichen Barocks revolutionieren. Aufgrund des geringen Baubudgets kommt die kleine Kirche vollends ohne schwerem Goldprunk aus. Stattdessen erhellen große Fenster und weite weiße Flächen den kleinen Innenraum. Auch der Innenhof ist winzig und überschaubar, jedoch ist genau diese Einfachheit, die an diesem Ort so fasziniert. Hier findest du den kurzen Moment zum Verschnaufen, die kurze Auszeit, die Flucht vom geschäftigen Treiben auf Roms Straßen.

Außenansicht von San Carlino (c) harrisonhartle.wordpress.com
Außenansicht von San Carlino (c) harrisonhartle.wordpress.com

San Carlino lässt sich an der Ecke der Via del Quirinale 23, westlich des Bahnhofs Termini bestaunen. Übrigens, nur 200m straßenabwärts versuchte sich später Borrominis größter Widersacher und erfolgreicherer Konkurrent Gian Lorenzo Bernini an einem Gegenentwurf der Kirche. Details unter www.sancarlino.eu

3. Der Protestantische Friedhof

Südlich des Kolosseums wird man in Reiseführern zumeist zur berühmten Cestius Pyramide, dem Grabmahl des Volkstribuns Gaius Cestius Epulo geleitet. (Die Eroberung Ägyptens war damals nicht lange her und ägyptischer Baustil war in Mode. Die kleine Grabkammer ist übrigens in Führungen begehbar) Die wahre Attraktion jedoch ist die Grünoase hinter der Pyramide. Hier erstreckt sich ein großer Friedhof, der einst für „Nichtgläubige“ außerhalb der Stadtmauern angelegt wurde. Einmal mehr findet man hier Ruhe und Entschleunigung vom Stadttrubel zwischen Hortensien und Rosensträcuhern. Seit den 1950ern heißt der Ort eigentlich „Akatholischer Friedhof“ und beherbergt Gräber verschiedenster Religionsangehöriger, von Buddhisten bis hin zu Moslems. Der Sohn Johann Wolfgang von Goethe ist ebenfalls hier begraben. Ein Teil des Friedhofs ist dem britischen Militär gewidmet, wo auch ein Stück des englischen Hadrians Walls zu sehen ist.

Grabmahl im Protestantischen Friedhof in Rom (c) Designwallah / Flickr

Den Cimitero Acattolico di Roma findet ihr in der Via Caio Cestio, 6.

Hier noch einmal alle drei versteckten Orte gesammelt auf einer Karte:

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